Wirtschaftsregion Münsterland - Stärke geprägt durch den Mittelstand

Wirtschaftlicher Tausendfüßler - Mittelstand im Münsterland

Das Münsterland ist das Zuhause vieler Weltmarktführer: Von den Maschinenbauern Beumer und Haver & Boecker im Südosten bis zum Biogas-Anlagenbauer Envitec im Nordwesten, vom Edelautomobil-Konstrukteur Wiessmann bis zum Markt- und Technologieführer der Nutzfahrzeugbranche, Schmitz-Cargobull. Auch Möbel von Hülsta und Haushaltsgeräte von Emsa sind international bekannt.

Auf fast 6.000 Quadratkilometern Fläche hat sich aber eine betont mittelständisch strukturierte Wirtschaft entwickelt. Auch wenn Konzerntöchter wie Polysius weltweit 1.600 Mitarbeiter beschäftigen und der Farbenhersteller Brillux aus Münster die Nummer 1 in Deutschland ist – die Mehrheit der knapp 530.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Region arbeitet bei mittelständischen Betrieben im Maschinenbau, in der Chemie- oder der Textilbranche sowie in der Lebensmittelherstellung.

Diese von vielen Unternehmen getragene Struktur sorgt nicht nur dafür, dass die Arbeitslosenquote im Münsterland immer unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Im Kreis Coesfeld zum Beispiel lag sie 2009 bei 4,7 %, das ist knapp die Hälfte des NRW-Durchschnitts. Im gesamten Münsterland lag sie in jenem Jahr im Schnitt bei 6,1 %, und das im Jahr der weltweiten Finanzmarkt-Krise. Auch wirtschaftliche Flauten zeigten sich in dieser Region stets erst zeitversetzt, und dann auch weniger heftig. Im Gegenteil wächst hier seit Jahren die Zahl der Handwerksbetriebe, von unter 15.000 im Jahr 1998 auf über 17.000 im Jahr 2008. Das entspricht einem Zuwachs von rund 16 %!